Philipp Rey
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29. April 2020

Gesundes Arbeiten – Reicht aus den Knien heben und den Bildschirm einstellen aus?

Das bloße Einstellen des Computerbildschirms oder bei schweren Lasten rückenschonend zu arbeiten wird weder die Probleme der Einzelpersonen beheben, noch dazu führen, dass diese zufrieden sind. Es wird nicht helfen und half noch nie. Die Schmerzforschung zeigt uns warum.

Diese Frau leidet an Nackenschmerz während der Arbeit.

Das Problem
Vielmehr wird sich die Schmerzforschung bewusst, dass körperliche Probleme auf eine Vielzahl von Ursachen zurückzuführen sind. Generell körperliche Inaktivität, Zeitdruck, ein geringes Erleben von Autonomie und starke Kontrolle nebst wenig Unterstützung durch Vorgesetzte [4] kann zu arbeitsplatzbedingten Beschwerden führen.

In der Prävention oder generell in der Medizin wird oft Werbung gemacht mit einfachen Lösungen die ein Problem beheben sollen. Aber: Eine Injektion lässt den Ellenbogenschmerz nicht langfristig verschwinden, eine Operation nicht den Rückenschmerz und ein Stehschreibtisch oder die Einstellung des Bildschirmwinkels nicht den Nackenschmerz. Von dieser Illusion müssen wir uns verabschieden.

Lösungsansätze
Schmerz ist somit nicht mit Haltung assoziierbar, sondern auf vielerlei Gründe zurückzuführen. Gegebenfalls auch mehrere Dinge die gleichzeitig geschehen. Abbildung 1 verdeutlicht diese Annahme. Jeder Risikofaktor für sich überschreitet nicht den Schwellenwert zur Schmerzentstehung. Nur wenn mehrere Faktoren auf einmal auftreten empfinden wir Schmerz. Die Verteilung auf dem Graph kann von Person zu Person unterschiedlich sein. Die individuellen Risikofaktoren herauszufiltern, entsprechend zu bearbeiten und somit die Funktion wieder herzustellen ist Aufgabe der modernen Gesundheitsförderung.

Abbildung 1: Multifaktorielle Schmerzentstehung
Beratungssituation in der Gesundheitsförderung

Ein Ansatz, der nur eine Intervention für verschiedene Probleme vorsieht ist weder weit genug gedacht, noch zielführend. Zu diesem Zwecke werden von mir in Ihrem Unternehmen Befragungen, standartisierte Testverfahren, sowie Fragebögen eingesetzt. Individuelle Risikofaktoren werden erläutert und entsprechende Lösungsansätze in Workshops erarbeitet. Ein breit gefächertes Problem benötigt breit gefächerte Lösungsansätze.

5 Tipps für weniger Schmerz beim Arbeiten

  1. Haben Sie weder Angst vor Heben mit rundem Rücken, noch vor dem Sitzen vor einem Computerbildschirm.
  2. Vermeiden Sie jedoch Monotonie, lang eingenommene gleiche Haltungen und bewegen Sie sich an der Arbeit so oft es geht. Sitzen Sie immer anders. Die richtige Sitzposition ist die nächste.
  3. Beziehen Sie in der Untersuchung Ihrer Probleme immer auch andere Faktoren mit ein. Beispiele dafür sind Stress, Schlafqualität oder Konflikte mit Kollegen oder Vorgesetzten. All das kann einen Schmerz verstärken.
  4. Optimieren Sie Ihren Schlaf und Ihre Ernährung. Dazu wird es gesonderte Blogbeiträge geben.
  5. Katastrophisieren Sie nicht. Schmerz ist ein Warnsignal vom Körper, keine Anzeige dafür wie stark der Körper geschädigt ist.

 

Zu spezifischen Fragen zu Ihrem persönlichen Anliegen oder zu Fragen rund um Unternehmensberatung bin ich über das Kontaktformular, Instagram oder per Telefon erreichbar.

Vielen Dank fürs Lesen!
Philipp Rey

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